Echtes Gold erkennen: einfache Tests
Magnet, Dichte und Punzen: Finden Sie heraus, ob Ihr Gold echt ist.
Auf einen BlickAngesichts täuschend echter Fälschungen ist die Fähigkeit, echtes Gold sicher zu erkennen, für Privatpersonen und Händler in der Schweiz unverzichtbar. Während einfache Werkbanktests grobe Imitationen sofort entlarven, verlangen moderne Betrugsmethoden (wie wolframgefüllte Barren) physikalische Präzisionstests. Dieser Leitfaden stellt die zuverlässigsten zerstörungsfreien Prüfmethoden vor.
1. Sichtprüfung und offizielle Schweizer Punzen
Beginnen Sie mit einer 10-fachen Juwelierlupe (Triplet-Aplanat):
- Gesetzliche Feingehaltsangabe: In der Schweiz muss Goldschmuck mit dem Feingehalt in Tausendsteln gepunzt sein (750 für 18k, 585 für 14k, 375 für 9k).
- Amtliche Garantiemarke: Der Bernhardinerkopf ist die offizielle Schweizer Kontrollpunze für Edelmetalle, die von den eidgenössischen Kontrollämtern eingeschlagen wird.
- Verantwortlichkeitsmarke: Die beim Zentralamt für Edelmetallkontrolle in Bern registrierte Herstellermarke.
- Abrieb an Kanten prüfen: Untersuchen Sie Verschleißstellen an Kettenösen oder Ringinnenseiten. Schimmert darunter graues oder rötliches Metall durch, handelt es sich um vergoldetes Unedelmetall.
2. Der Magnettest (Diamagnetismus)
Gold ist streng diamagnetisch – es wird von Magnetfeldern schwach abgestoßen:
- Benutzen Sie einen Neodym-Magneten (Stärke N52).
- Wird das Objekt angezogen oder bleibt haften, enthält es Eisen, Nickel oder Kobalt: Es ist eine definitive Fälschung.
- *Grenze des Tests:* Kupfer, Messing und Blei sind ebenfalls unmagnetisch. Ein negativer Magnettest beweist die Echtheit daher noch nicht.
3. Die hydrostatische Dichtemessung nach Archimedes
Die eleganteste und zuverlässigste Methode für massive Schmuckstücke:
Benötigte Ausrüstung:
- Eine Präzisionswaage mit 0,01 g Genauigkeit.
- Ein Glas mit destilliertem Wasser und ein dünner Nähfaden.
Durchführung:
1. Trockenes Goldstück wiegen: Gewicht an der Luft ($M_1$) notieren.
2. Wasserglas auf die Waage stellen und tarieren (auf 0,00 g stellen).
3. Das Goldstück am Faden vollständig ins Wasser eintauchen, ohne Boden oder Wände zu berühren. Der angezeigte Wert entspricht dem Volumen in $cm^3$ ($V$).
4. Dichte berechnen: $ρ = M_1 ÷ V$.
Dichtetabelle zum Abgleich
| Metall / Legierung | Feingehalt | Reale Dichte (g/cm³) | Magnetreaktion | Fälschungsgefahr |
|---|---|---|---|---|
| Feingold 24k | 999,9‰ | 19,30 – 19,32 | Diamagnetisch | Nur durch Wolfram imitierbar |
| 18k Gelbgold (750) | 750‰ | 15,20 – 15,60 | Unmagnetisch | Kaum unentdeckt fälschbar |
| 18k Weißgold (Pd) | 750‰ | 15,60 – 16,00 | Unmagnetisch | Sehr hohe Dichte |
| 14k Gold (585) | 585‰ | 13,10 – 13,60 | Unmagnetisch | Mittlere Dichte |
| 9k Gold (375) | 375‰ | 11,10 – 11,50 | Unmagnetisch | Ähnlich wie Blei |
| Wolfram (W) | Refraktärmetall | 19,25 | Schwach paramagnetisch | Akute Gefahr bei Feingoldbarren! |
| Blei (Pb) | Unedelmetall | 11,34 | Unmagnetisch | Sehr weich |
| Messing / Bronze | Cu-Zn Legierung | 8,40 – 8,75 | Unmagnetisch | Viel zu leicht (sofort entlarvt) |
Die Wolfram-Gefahr bei Barren und wie man sie entlarvt
Da Wolfram eine fast identische Dichte wie Feingold besitzt (19,25 vs. 19,32 g/cm³), nützt der Dichtetest bei wolframgefüllten Barren nichts.
Die Lösung: Ultraschallprüfung (Schallgeschwindigkeit). Im Schweizer Fachhandel misst man die Schallgeschwindigkeit im Metall. Im Feingold wandert Schall mit 3 240 m/s, in Wolfram mit 5 220 m/s. Das Ultraschallmessgerät erkennt den Wolframkern in 2 Sekunden, selbst durch intakte Blisterverpackungen hindurch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ): Echtes Gold erkennen
Ist der Bisstest auf Gold verlässlich?
Nein! Feingold ist zwar weich, Blei aber noch weicher. Zudem beschädigt man Münzen und zerstört deren Sammlerwert.
Hinterlässt echtes Gold Striche auf Keramik?
Ja, auf unglasierter Keramik hinterlässt Gold einen goldenen Strich, Pyrit einen schwarzen. Der Test beschädigt jedoch das Schmuckstück irreversibel.
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