Schmelzverluste Gold berechnen — Schmelzausbeute & Merma
Schmelzverluste Gold berechnen: Formel, typische Verlustsätze nach Legierung (999‰, 750‰, 585‰) und Schmelzausbeute Gold online kalkulieren.
Schlüsseldaten
- Typischer Verlust — Gold 999‰ (Induktionsofen)
- 0,1–0,3 %
- Verlust — Gold 750‰ 18 Karat (Flammenofen)
- 0,5–1,5 %
- Verlust — Gold 585‰ 14 Karat
- 0,8–2 %
- Korrektionsformel
- Ankauf = Spot × (1 − Verlustsatz)
Auf einen BlickDie genaue Berechnung der Schmelzverluste von Gold (auch als Abbrand, Merma oder Schmelzausbeute bekannt) ist ein Grundpfeiler des metallurgischen Managements in Goldschmiede-Ateliers und Scheideanstalten. Bei jedem Schmelzvorgang tritt ein messbarer Masseverlust zwischen dem kalten Ausgangsmaterial und dem erstarrten Rohgussbarren auf. Dieser technische Leitfaden analysiert die Ursachen, Erfahrungswerte nach Legierung und die Formeln zur Bestimmung der Schmelzausbeute.
Warum verliert Gold beim Schmelzen an Gewicht?
Feingold selbst siedet erst bei 2 856 °C und verdampft bei üblichen Gusstemperaturen (1 050 bis 1 150 °C) nicht nennenswert. Der messbare Schmelzverlust beruht auf vier physikalisch-chemischen Mechanismen:
- Verflüchtigung von Legierungsmetallen mit niedrigem Siedepunkt: Zink (Siedepunkt 907 °C) und Cadmium (in antiken Loten) besitzen einen hohen Dampfdruck und vergasen teilweise unter der Flamme.
- Oxidation unedler Metalle: Kupfer reagiert mit Luftsauerstoff zu Kupferoxiden ($Cu_2O$, $CuO$), die sich in der Borax-Schmelze lösen und als Schlacke abgetrennt werden.
- Verbrennung organischer Rückstände: Polierpasten (Tripel, Polierrot), Hautfett, Textilfasern und Gipsreste aus der Einbettmasse verbrennen rückstandslos.
- Mechanische Anhaftung im Tiegel: Mikroskopische Metallperlen bleiben in den Poren und Rissen gebrauchter Graphit- oder Ton-Tiegel hängen.
Richtwerte: Typische Schmelzverlust-Sätze nach Legierung
Die folgende Tabelle zeigt die in Schweizer Goldschmiedewerkstätten üblichen Erfahrungswerte für Schmelzverluste:
| Feingehalt / Legierung | Zusammensetzung | Induktionsofen (Schutzgas) | Gas-Sauerstoff-Brenner (Flamme) | Verschmutzte Werkstattabfälle / Lote |
|---|---|---|---|---|
| Feingold 999,9‰ (24k) | 99,99 % Au | 0,05 % – 0,15 % | 0,2 % – 0,4 % | Nicht zutreffend |
| 18 Karat Gelbgold (750‰) | 75 % Au, 12,5 % Ag, 12,5 % Cu | 0,3 % – 0,6 % | 0,7 % – 1,2 % | 1,5 % – 2,5 % |
| 18 Karat Weißgold (Pd) | 75 % Au, 13 % Pd, 12 % Ag/Cu | 0,4 % – 0,7 % | 0,8 % – 1,5 % | 2,0 % – 3,0 % |
| 14 Karat Gold (585‰) | 58,5 % Au, Cu, Zn, Ag | 0,6 % – 1,0 % | 1,2 % – 1,8 % | 2,5 % – 4,0 % |
| 9 Karat Gold (375‰) | 37,5 % Au, hoher Cu/Zn-Anteil | 0,8 % – 1,5 % | 1,8 % – 2,5 % | 3,5 % – 5,5 % |
Formeln zur Berechnung von Schmelzverlust und Ausbeute
Zur Dokumentation im Werkstatt-Edelmetallbuch gelten folgende Berechnungsformeln:
Schmelzverlust (%) = [ (Ausgangsgewicht brutto − Gewicht des Gussbarrens) ÷ Ausgangsgewicht brutto ] × 100
Schmelzausbeute (%) = (Gewicht des Gussbarrens ÷ Ausgangsgewicht brutto) × 100
Beispiel aus der Werkstatt: Ein Goldschmied schmilzt 280,00 Gramm saubere 18k-Gusskanäle mit dem Propan-Sauerstoff-Brenner. Nach dem Erstarren, Absäuern und Bürsten wiegt der fertige Gussbarren 277,48 Gramm:
- Absoluter Masseverlust: 280,00 g − 277,48 g = 2,52 g.
- Schmelzverlustsatz: (2,52 ÷ 280,00) × 100 = 0,90 % (normaler Werkstattwert für 750er Gold).
- Schmelzausbeute: (277,48 ÷ 280,00) × 100 = 99,10 %.
Praxistipps zur Minimierung der Schmelzverluste
1. Reinigung vor dem Schmelzen: Befreien Sie das Altgold im Ultraschallbad und durch Beizen von Poliermittelresten vor dem Einwiegen.
2. Richtige Tiegelführung: Glasieren Sie neue Graphittiegel mit Borax aus, um mikroskopische Poren zu versiegeln.
3. Reduzierende Flamme: Führen Sie die Brennerflamme stets neutral bis leicht reduzierend (weicher blauer Kern). Eine Sauerstoffüberdosierung verbrennt das Legierungskupfer rasant.
4. Kehricht- und Krätzenaufbereitung: Entsorgen Sie alte Tiegel und Schlacken niemals im Hausmüll. Gesammelte Werkstattkrätze liefert bei der jährlichen Scheidung oft mehrere Unzen reines Feingold zurück.
Häufig gestellte Fragen (FAQ): Schmelzverluste
Ist das verloren gegangene Gewicht reines Gold?
Nein. Der weitaus größte Teil des Schmelzverlustes entfällt auf oxidierte unedle Metalle (Kupfer, Zink) und verbrannte Fremdstoffe. Der Feingoldverlust selbst liegt meist unter 0,1 %.
Warum hat Weißgold höhere Schmelzverluste als Gelbgold?
Weißgold schmilzt erst bei höheren Temperaturen (1 050–1 100 °C statt 900 °C bei Gelbgold). Die stärkere thermische Belastung führt zu vermehrter Schlackenbildung und Verdampfung von Begleitmetallen.
Anlagegold in der Schweiz kaufen (MwSt-frei)
Kaufen und lagern Sie physisches Gold in Hochsicherheitstresoren in Zürich oder Genf zum LBMA-Spotkurs.
Schmelzverlust-Rechner
Schmelzverlust (Merma)
Typische Verluste: Gold 0,5–1,5% · Silber 1–3% · Platin 0,8–2%