Platinschmelzen: technische Herausforderungen
Arbeiten bei hohen Temperaturen (1768°C) und benötigte Spezialausrüstung.
Platin schmilzt bei 1.768°C — das sind 700°C mehr als Gold und 800°C mehr als Silber. Dieser Schmelzpunkt erfordert eine speziell ausgestattete Werkstatt.
Ausrüstung: Hochfrequenz-Induktionsofen (empfohlen) oder ~3000°C Oxy-Hydrogen-Brenner. Zirkon- oder Magnesittiegel (Graphittiegel reagieren mit Platin und verunreinigen es). Zangen aus Titan oder hochtemperaturbeständigem Stahl.
Schutzgas: Platin wird unter Vakuum oder Schutzgas (Argon) geschmolzen, um die Aufnahme von Sauerstoff und Stickstoff zu vermeiden. 'Vergastes' Platin wird beim Erstarren porös — Mikroblasen machen das Stück spröde.
Schmucklegierungen: Reines Platin (999) ist zu weich für Schmuck. Es wird mit 5% Iridium (Pt950Ir) oder 5% Ruthenium (Pt950Ru) legiert. Kobalt wurde aufgrund seltener Hautreaktionen weitgehend aufgegeben.
Schmelzverlust: Bei Platin sehr gering (<0,5%) unter Argon-Schutzgas. Der Hauptverlust entsteht durch Spritzer beim Gießen. Wärmen Sie die Gussform auf 200°C vor, um Thermoschock und Oberflächenporosität zu vermeiden.
🧮 Schmelzverlust-Rechner
🔥 Schmelzverlust (Merma)
💡 Typische Verluste: Gold 0,5–1,5% · Silber 1–3% · Platin 0,8–2%