Der XRF-Test für Edelmetalle
Wie die Röntgenfluoreszenzspektrometrie funktioniert und warum sie Säuretests ersetzt.
Die Röntgenfluoreszenzspektrometrie (XRF) ist zur Standardtestmethode für Edelmetalle in Ankaufstellen, Bijouterien und Kontrollbüros geworden. Sie ist zerstörungsfrei, schnell (2-30 Sekunden) und sehr genau.
Prinzip: Ein Röntgenstrahl regt die Atome der Probe an. Jedes Element emittiert sekundäre Röntgenstrahlen bei einer charakteristischen Energie, was die Identifikation und Quantifizierung aller Elemente ermöglicht.
Genauigkeit: Tragbare Geräte (Thermo Fisher Niton, Olympus Vanta) bieten eine Genauigkeit von ±0,1-0,5% für Gold. Tischgeräte (Bruker S1 Titan) erreichen ±0,05%. Ausreichend für den Handel, nicht für offizielle Zertifizierung.
Grenzen: XRF analysiert die Oberfläche (5-50 Mikron Tiefe). Dicke Vergoldungen können das Gerät täuschen. Bei Verdacht ist ein Tiefentest (Schnitt + Analyse) oder Dichtetest nötig.
Kosten: Ein tragbares XRF-Gerät kostet CHF 25.000-45.000. Ein kantonales Kontrollamt berechnet CHF 20-50 pro Analyse. Für Juweliere mit regelmäßigem Ankauf amortisiert sich die Investition in 6-12 Monaten.